Am 10. und 11. September fand der 4. Kongress der Teilhabeforschung in Siegen statt. Auch hier war das FIBS mit vier Beiträgen vertreten.
Von besonderer Bedeutung war dieses Mal der Beitrag zum Modellvorhaben InBeKo – Bewegung im Alltag von Menschen mit komplexer Behinderung. In einer Forschungswerkstatt stellte ein partizipatives Forschungsteam aus Menschen mit komplexer Behinderung, Unterstützungspersonen und Wissenschaftler*innen die Vorgehensweisen und Erkenntnisse aus dem ersten gemeinsamen Jahr vor. Vom FIBS waren Vera Tillmann und Minh-Thu Huyn beteiligt. Anhand praxistauglicher Beispiele wurde gemeinsam diskutiert, wie Bewegung im Alltag selbstverständlicher werden kann. Gefördert wird das Modellvorhaben durch die Sozialstiftung NRW.
Buddy-Klettern – inklusive Kletter-Tandems
Marc Böhme präsentierte ein Konzept, das Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten über eine digitale Plattform und Kennenlern-Workshops zu Kletter-Tandems zusammenbringt. Die Tandems planen ihre Aktivitäten selbstbestimmt und schaffen so neue Möglichkeiten für soziale Kontakte, Gesundheit und Teilhabe außerhalb institutioneller Strukturen. Buddy-Klettern wird von der BGW gefördert und ist Teil der bundesweitern BGW-Kletterinitiative.
RoMoWo – RollstuhlMobilität Wohnortnah
Stefanie Rabert stellte das von Aktion Mensch geförderte Projekt RoMoWo vor. Ziel ist es, wohnortnahe Rollstuhlmobilitätstrainings bundesweit zu etablieren. Dafür werden Trainingsstandorte aufgebaut und Mobilitäts-Coaches qualifiziert. Digitale Übungsmaterialien und Kontaktmöglichkeiten ergänzen das Angebot.
Teilhabe am Sport – Ergebnisse einer deutschlandweiten Befragung
Anne Züll präsentierte Ergebnisse der deutschlandweiten Befragung Status Quo zur Teilhabe am Sport. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen mit Behinderungen körperlich aktiv sind, sich jedoch mehr Sport wünschen. Barrieren bestehen unter anderem durch den Gesundheitszustand, fehlende Zeit und unzureichende Angebote. Zugleich zeigt sich, dass sportbezogene Qualifikationen von Fachkräften zu besseren Angebotsstrukturen in den Einrichtungen führen. In einem Ausblick konnte das aktuelle Projekt Bewegungsmelder vorgestellt werden, in dem es in diesem Herbst eine erneute deutschlandweite Befragung vom FIBS geben wird. Ein großer Dank geht an die BGW, durch deren Förderung die beiden Projekte möglich sind.
Der Kongress in Siegen bot wichtige Impulse und Raum für den Austausch mit Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und Selbstvertreter*innen. Deutlich wurde: Inklusive Teilhabe entsteht dort, wo Menschen mit Behinderungen beteiligt werden, Barrieren abgebaut und nachhaltige Strukturen geschaffen werden.
Wir bedanken uns herzlich für den regen Austausch und die Möglichkeit, unsere Arbeiten zu präsentieren.